March 1, 1776

This translation, which took up almost one full page of the Staatsbote, made a proclamation issued by the Massachusetts General Court accessible to German readers in the Philadelphia area. Although this text specifically reflected the grievances of the colony of Massachusetts, it included language that was quickly becoming part of a revolutionary vocabulary, which the German printers in Philadelphia frequently needed to translate. The opening sentences of the proclamation asserted that “die glückseligkeit des volks der einzige endzweck von regierung ist”—the happiness of the people is the sole end of government. The text concluded, “GOTT erhalte das Volk!” or God save the people! The entire proclamation is about the importance as well as the challenges of self-government after enduring years of “tyranney.”

The Massachusetts General Court resolved that their proclamation should be read aloud at court days and town meetings in every town in the colony. One name missing from the list at the end of the resolution but very much involved in crafting the proclamation was John Adams. During a break from the Continental Congress, he helped to draft this text, and then returned from Massachusetts to Philadelphia in mid-February.

Pennsylvanischer Staatsbote
Printed by Henry Miller

Eine Von der Grossen und Allgemeinen Landraths-versammlung der Colonie Massachusetts-Bay herausgegebene
Proclamation.

Die schwachheit menschlicher natur, die bedürfnisse einzelner personen, und die zahlreichen gefahren mit denen sie durch ihr ganzes leben umgeben sind, haben sie in allen welt-altern, und in jedem lande, angetrieben, gesellschaften zu bilden, und regierungen anzuordnen.

Wie die glückseligkeit des volks der einzige endzweck von regierung ist, so ist die bewilligung des volks der einzige grund derselben, in der vernunft, sittlichkeit und dem natürlichen geschick der dinge. Und daher ist eine jede that von regierung, jede ausübung von oberherrschaft wider oder ohne die bewilligung des volks, ungerechtigkeit, unrechtmäßiger eingriff, und tyranney.

Es ist ein grundsatz, daß in jeder regierung eine höchste, unumschränkte, willkührliche und unwidersprechliche macht irgendwo vorhanden seyn muß: Aber diese macht bestehet allezeit in der sämtlichen gesellschaft des volks; und sie ward noch kan nie einem einzigen oder einigen menschen aufgetragen werden; denn der grosse Schöpfer hat niemals den menschen ein recht gegeben, andere mit gewalt über sie zu begaben, unumschränkt entweder in ansehung der währung oder Würde.

Wenn derhalben Könige, Beamten des Staats, Landpfleger, oder Gesetzgeber, anstatt die ihnen hochbetraute gewalt nach den grundsätzen, bildungen und verhältnissen der landsverfassung, durch die urkündlichen verträge, angeordnet und vestgestellet, auszuüben, solche gewalt schänden zu den endzwecken von unterdrückung;—eine freye landsverfassung umzustürzen anstatt selbige zu unterstützen;—das leben, die freyheiten und eigenthum des volks zu zerstören anstatt zu erhalten;—so sind sie nicht mehr anzusehen als oberkeiten mit einem geheiligten character begabt, sondern sie werden offenbare feinde, denen widerstanden werden solte.

Nachdem nun die Staatsverwalter Großbrittanniens, die gerechtigkeit, leutseligkeit und großmuth ihrer vorfahren, und die rechten, freyheiten und tapferkeit von America eins wie das andere verachten; so haben selbige eine anzahl jahre her gearbeitet eine oberherrschft in America anzuordnen, welche nicht in der bewilligung des volks gegründet ist, sondern in dem blossen willen von personen einige tausend meilen von uns entfernet, welche wir nicht kenen, und haben sich bemühet diese oberherschaft wider unsere bewilligung vestzustellen, in allen fällen sie seyn wie sie wollen.

Die Colonien nahmen während dieser zeit ihre zuflucht zu jeden friedlichen hülfsmitteln die eine freye landesverfassung ihnen an die hand gab, durch bittschriften und vorstellungen gerechtigkeit zu erlangen; dieses wurde ihnen nicht nur abaeschlagen, sondern sie auch mit einer schmach und verachtung die ihres gleichen nicht hat, behandelt; und endlich ist ein offenbarer krieg wider sie angefanden worden, von der unerhörtesten, greulichsten und blutdürstigsten art. Diesem ist bisher offenbar, männlich und glücklich widerstanden worden: Dreizehn Kolonien sind jetzt vest vereinigt, diesen gerechtesten und nöthigen krieg zu führen unter dem weisen rath ihres Congresses.

Es ist der wille der Vorsehung, aus weisen gerechten und gnädigen absichten, daß diese Colonie hat sollen ausgesucht werden durch die feinde von America, als der erste gegenstand beydes ihres neides und ihrer rache; und nachdem sie der vorwurf von verschiedenen unbarmherzigen und rachnierigen gesetzen gewesen, wovon eines zur absicht hatte unsere auf dem Freyheitsbrief gegründete Landsverfassung umzustürzen, so ist sie endlich zum schauplatz des kriegs gemacht worden.

Kein thätlicher widerstand gegen die für uns zubereitete verfassung von tyranney konte gemacht werden, ohne entweder sogleich unsere zuflucht zu den waffen zu nehmen, oder auf eine zeitland die ordentliche gewalt der regierung und gerichts-höfe auszusetzen. Dem letztern von diesen übeln uns zu unterwerfen rieth uns der Congreß, in hoffnung einer haldigen aussöhnung mit Großbrittannien, auf billige bedingungen:—Und das menschliche geschlecht hat eine solche erscheinung gesehen wovon in der politischen welt kein beyspiel ist, eine grosse und volkreiche Colonie, welche in grosser wohlandständigkeit und ordnung mehr als hundert jahr gestanden, unter einem solchen regiments-anstand.

Da aber unsere feinde ihre grausamkeit so weir getrieben haben, feindseligkeit gegen das gute volk dieser Colonie anzufangen, und mit einer vorher unerhörten bosheit sich aus aller ihrer macht bemühen die drangsalen von feuer, schwerdt und hunger durch das land zu verbreiten, und uns keine vernünftige aussicht zu einer baldigen aussöhnung mit Großbritannien übrig bleibt; so hat der Congreß beschlossen:

“Daß da der Parlamentsacte für die veränderung des Freyheitsbriefs der Colonie Massachusetts-Bay kein gehorsam gebühret, noch einigem Guvernör oder Vice-Guvernör, die die anweisungen selbiges Freyheitsbriefs nicht beobachten wollen, sondern sich bemühen, denselbigen zu verändern, der Guvernör und Vice-Guvernör selbiger Colonie als abwesend zu betrachten sind, und ihre ämter als erledigt. Und weil kein Rath daselbst ist, und die von aussetzung der macht von regierung entstehende unbequemlichkeiten unerträglich sind, insonderheit zu einer zeit da General Gage wirklich krieg führet und feindseligkeiten gegen Seiner Majestät friedsame und getreue untertanen in selbiger Colonie fortsetzt; daß daher, um so viel als seyn kan, dem geist, und wesentlichen inhalt des Freyheitsbriefs sich gemäß zu verhalten, der Provincial-Convention anempfohlen werde briefe an die einwohner der verschiedenen orte, welche ein recht zur Representation der Assembly haben, zu schreiben, und sie zu ersuchen solche Representanten zu erwählen, und daß solche Assembly, wenn sie gewählt ist, Räthe wählen, und das solche Assembly und Rath die macht der regierung ausüben, bis ein Guvernör von Seiner Majestät bestimmung darein willigen wird die Colonie nach ihrem Freyheitsbrief zu regieren.”

Welchem rath [des Congresses] zufolge, das gute volk dieser Colonie eine vollständige und freye Repräsentation unter sich selbst gewählet hat, welche, nachdem sie als eine Assembly sich versammelt, einen Rath werwählet hat; der als der vollziehende theil der regierung die durch die ganze Colonie nöthige beamten bestellt hat. Das jetzige geschlecht hat also sich unter einander zu freuen über einer regierungsform, unmittelbarer in allen ihren theilen unter dem einfluß und oberaufsicht des volks; und daher freyer und glücklicher als diejenige so ihre vorfahren genossen. Weil aber eine solche regierung des volks selbst nur allein durch allgemeine wissenschaft und rugend in dem körper des volks unterhalten werden kan, so ist es die pflicht aller stände, die mittel der erziehung des heranwachsenden geschlechts zu befördern sowol als wahre religion, reinigkeit der sitten und einen unsträflich lebenswandel unter allen ständen und orden.

Sintemal ein kriegsherr zu unserer vertheidigung nöthig geworden ist, und in allen freyen staaten die bürgerliche macht die kriegsmacht versorgen und die aufsicht über dieselbige haben muß, so hat der grössere theil des Raths Oberkeiten und Gerichten in jeder grafschaft bestimmet, deren glückseligkeit dergestalt mit des volks seiner verknüpft ist, daß schwerlich zu vermuten stehet, daß sie ihre hochbetrauete ämter mißbrauchen können. Ihr geschäfte ist die befolgung derjenigen gesetze, welche zu erhaltung von friede, tugend und guter ordnung nöthig sind, durchgesetzt zu sehen. Und die Grosse und Allgemeine Landrathsversammlung erwartet und fordert, daß ihnen (den obgemeldeten) Oberkeiten) alle nöthige unterstützung und beystand gegeben, und aller gehörige gehorsam geleistet werde; und sie wird einem jeden, der in seiner pflicht in ansehung dessen gegen sie fehlen wird, als einen stöhrer des friedens dieser Colonie ansehen, und als einen der andern zum beyspiel gestraft zu werden verdient.

Damit gottseligkeit und tugend, welche allein die freyheit eines volks sicher stellen können, ermuntert, undslaster und lüderlichkeit unterdrückt werden mögen, so hat die Grosse und Allgemeine Landraths-Versammlung für gut angesehen, diese Proclamation heraus zu geben, und sie befiehlet und schärft dem guten volk dieser Colonie ein, daß sie ein ehrbares, gottselig und ruhiges leben führen; alle gotteslästerungen, verachtung, der heiligen Schrift und des Tages des HErrn, vermeiden, wie auch alle andere verbrechen und missethaten, alle schwelgerey, ruchlosigkeit, bestechungen, niederträchtige gewinnsucht, alle aufrührische und ungestüme verfahrungen, und alles unsittsame wesen, es heisse wie es wolle; und daß sie geziemend und andächtig dem öffentlichen gottesdienst beywohnen, und zu allen zeiten mit dankbarkeit Gottes barmherzige vermittelung zu ihrem besten, erkennen, ihm von herzen vertrauen als dem Gott der Heerscharen, durch dessen gunst und schutz allein sie in ihrem jetzigen streit guten erfolg zu hoffen haben.

Und allen Ober- und Unterrichtern, Sheriffs, Geschworenen (Grand Jurors) Rott-meistern (Tythingmen) und allen andern bürgerlichen beamten binnen dieser Colonie, wird hiemit genau eingeschärft und befohlen, daß sie alles mögliche beytragen durch ihren rath, bemühungen und beyspiele zu einer durchgängigen verbesserung von sitten; und daß sie alle und jede personen, welche einige von den verbesagten verbrechen und missethaten begehen, oder einiger lüderlichkeiten, sie haben, namen wie sie wollen, schuldig seyn werden, zu wohlverdienter strasse ziehen; und daß sie ihre dussersten bemühungen, anwenden, die schlüsse des Congresses, und die guten und heilsamen gesetze dieser Colonie gehörig vollziehen zu lassen.

Und da die Diener des worts Gottes binnen dieser Colonie, während der letztherigen nachlassen von gewalt in der bürgerlichen regierung, sich um unsere wohlfahrt bemühet haben, so wird ihnen hiemit anempfohlen, solche ihre tugendhafte arbeit fortzusetzen zum besten des volks, und demselben durch ihr öffentlich predig-amt sowol als durch ihr besonder beyspiel, die notwendigkeit von religion, sittsamkeit und guter ordnung einzuschärfen.

Im Rath, den 19ten Jenner, 1776.

Verordnet, Das die vorhergehende Proclamation bey eroffhung aller und jeder Unter- und Ober-gerichte, durch die respectiven Schreiber derselben offentlich verlesen werde; wie auch in den jahrlichen Stadt-zusammenkunften im monat März in jeder stadt. Und es wird auch den verschiedenen Predigern des worts Gottes in dieser ganzen Colonie empfohlen, selbige ihren zuhörern den Sonntag nachdem sie selbige empfangen haben, gleich nach dem gottesdienst vorzulesen.

Hinuntergeschickt zur zustimmung,
Perez Morton, Deputirter Secretär.

In dem Hause der Repräsentanten, den 23 Jener, 1776.
Gelesen und zugestimmet,
William Cooper, dermaliger Sprecher.

Eingewilligt, 
William Sever, Walter Spooner, Caleb Cusching, John Winthrop, Thomas Cusching, Moses Gill, Michael Farley, Samuel Holton, Charles Chauncy, Joseph Palmer, John Whetcomb, Jedediah Fostor, Eldad Taylor, John Taylor, Benjamin White, James Prescott.

Auf Berordnung der allgemeinen Landraths-versammlung,
Perez Morton, Deputirter Secretär.

GOTT erhalte das Volk!

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February 28, 1776